, N.L.

OGV-Ausflug 2025

Schön wars im Frankenland

Bereits kurz nach 07.00 Uhr waren die ersten Personen am Steinenbronner Rathaus versammelt und voller Vorfreude – und es wurden immer mehr. Als dann unser Bus vom Reble endlich die Stuttgarter Straße entlanggefahren kam, war schon gut was los. Alle wurden freudig begrüßt und unser Busfahrer – Alex – fuhr nahezu pünktlich los. 35 bestens gelaunte Obst- und Gartenbaufreunde freuten sich auf einen tollen Tag. Die Sonne schien uns ins Gesicht, als sich der Bus langsam aber sicher in Richtung Autobahn und gen Heilbronn bewegte. Im Bus wurde sich angeregt über alles Mögliche unterhalten und schon bald knurrten die ersten Mägen. So näherten wir uns dem Rastplatz „Ob der Tauber“ und bei bestem Wetter wurde ein Tisch aufgebaut und leckere Würstchen aller Art, Brezeln, Laugenstangen und allerlei zu trinken füllten den Tisch. Nach einem wirklich ausgiebigen Vesper und wärmenden Sonnenstrahlen stieg die Vorfreude auf unser erstes Reiseziel. Also alle schnell wieder in den Bus, „hat jeder seinen Nebensitzer?“, und weiter ging die Fahrt nach Veitshöchheim. Und schwups, waren wir auch schon da. Direkt am schönen Main ließ uns Alex aussteigen und wir gingen die letzten Meter zu Fuß. Veitshöchheim – weltbekannt durch „Fastnacht in Franken“ – ist ein wirklich sehr schönes kleines Städtchen. Durch eine beschauliche Gasse fanden wir dank Ingrid – unserer Reiseleiterin – schnell den Eingang zum Rokoko-Garten. Wow! Kurz mal stehenbleiben und alleine schon den Eingangsbereich mit Blick auf ein wunderschönes kleines (na ja, soo klein auch wieder nicht) Schlösschen genießen. Wir gingen ein paar Meter und wurden bereits von zwei sehr netten Damen begrüßt, die uns durch den Garten führen würden. In zwei Gruppen bekamen wir eine wirklich hochinteressante Führung durch dieses Juwel. Ein bisschen Geschichte, ein bisschen Seitenhieb gegen die Bayern (ja, Franken gehört NICHT zu Bayern …– zumindest emotional nicht) und ganz viele interessante Fakten über die Epoche des Rokoko (Roggoggo – fränggisch – is ach immer a bisserl ironisch, des siecht ma an de Figurn, beispielsweise an de Fraue mit Löwenkörper und Frauenkopf) ließen uns staunen. Die Figuren in diesem Garten waren auch wirklich zu herzig. 

Der Rokoko-Garten in Veitshöchheim bietet an jeder Ecke, jeder Kreuzung, hinter jeder Hecke und Biegung so viele Kuriositäten, die wir dank der Führung auch im Detail verstanden haben. 

Ihr wollt wissen, was es bei Storch und Fuchs zu Mittag gibt? Nun, das kommt darauf an, wer einlädt. Beim Fuchs gibt es Suppe auf einem flachen Teller - köstlich, der Fuchs schlabbert diese nur so weg. Der Storch hingegen mit seinem langen Schnabel kann die flüssige Speise nicht aufnehmen und muss leider hungrig nach Hause fliegen. Aber die Retourkutsche folgte mit der Einladung des Storchs: Es gab Fleisch! Da freute sich der Fuchs, bis er sah, wie es serviert wurde: in einer hohen Vase. 

Der Storch ließ sich das Fleisch schmecken, das er wunderbar mit seinem Schnabel aus der Vase fischte. Der Fuchs musste zusehen und ging hungrig nach Hause. Diese und noch viel mehr Geschichten erzählt der Garten - darunter auch die von Amor mit dem Liebespfeil. An einem Ende des Gartens steht eine Art Kapelle, diese ist über und über mit Muscheln und Mosaiken verziert. Der Eingang sieht aus wie eine Grotte und innen - man darf leider nur von außen schauen - hängt ein phänomenaler Kronleuchter, gänzlich aus Muscheln. Auch Waschbecken und andere Gegenstände finden sich hier. Der Eingangsbereich ist mit Tieren aus Muscheln geschmückt. Sogar Ananas finden ihren Platz im Garten. Dies war zur damaligen Zeit eine Sensation! Ananas konnte man nicht kaufen - wollte man sie also seinen Gästen anbieten, musste man sie selbst anbauen. So geschehen und so finden sich heute im Garten kleine Pavillons mit Ananas auf den Dächern. 

Auch die vier Jahreszeiten wurden in Form von Skulpturen im Garten verewigt. Und war in Form von kleinen Kindern. Diese stehen im Kreis um einen herrlich angelegten Platz und sehen einfach nur sehr niedlich aus. Direkt daneben liegt der zentrale See mit einer großen Skulptur in der Mitte und einem Wasserspiel, was jedoch nur zu bestimmten Zeiten in Betrieb ist. Weiter ging es wieder langsam in Richtung Ausgang, dort wanderten wir noch durch den Küchen- und Gemüsegarten. Und was es hier nicht alles gibt. Nicht nur Bohnen und Dill, auch Edamame und Sauerampfer in überlebensgroßer Gestalt. Kurzum: der Garten ist ein grandioses Erlebnis - in jedem Fall sollte man ihn aber mit einer Führung besichtigen, um all die netten Geschichten drumherum zu erfahren. 

Wir schlenderten durch eine verträumte kleine Gasse zum Main und unserer nächsten Station – der Schifffahrt nach Würzburg. Am Wasser angekommen – und nachdem wir festgestellt haben, dass wir vollzählig sind, standen wir vor dem Schiff. Zusammen mit hunderten anderen Menschen. Und auch auf dem Schiff waren schon hunderte Menschen. Das kann doch nicht unser Schiff sein, dachte sich der ein oder die andere. Doch, doch, das ist es. 

Wir ließen zunächst mal alle einsteigen und dann durften wir. Und dank Ingrid hatten wir auch Premiumplätze im vorderen Teil des Schiffs mit toller Aussicht. Schnell Getränke bestellt und schwupps waren wir auch schon in Würzburg. Das Zahlen dauerte dann noch eine Weile, aber die Menschen mussten ja ohnehin erstmal alle aussteigen, wir hatten also noch Zeit. Als wir draußen ankamen, war auch unser Busfahrer schon da und brachte uns mit dem Bus zur Residenz, dem Startpunkt unserer Zugfahrt mit dem Citytrain. 

Angekommen an der Residenz in Würzburg - wow, wo kommen all diese Menschen her? - stand dort links auf der anderen Straßenseite bereits der Citytrain, der uns durch die Würzburger City fahren würde. Als alle ihren Platz eingenommen haben, ging es los. Der Zug fuhr in einem gemächlichen Tempo durch die Würzburger City, vorbei am Dom, hin zum Main und weiter mit Panoramablick auf die Marienburg. In der Stadt war sehr viel los, war es doch ein gemütlicher Samstagnachmittag bei bestem Wetter. Als wir - mit leichter Verspätung durch eine Unfallstelle - wieder an der Residenz ankamen, hatten wir noch eine gute dreiviertel Stunde zur freien Verfügung. Die einen eilten durch die City auf der Suche nach einem Café, die anderen waren eher gemütlich ein paar Schritte in der Stadt unterwegs. Wieder andere gingen nur ein paar Meter und genossen die freie Zeit im Biergarten an der Residenz. Als dann pünktlich unser Bus wieder ums Eck kam, ging die illustre Fahrt weiter durch Würzburg und schon bald auf die Autobahn in Richtung Heimat - raus aus Franken rein ins Schwobaländle. Und schon bald wurde es ruhiger im Bus…die angenehme Schaukelei gepaart mit Stimmengemurmel ließ den ein und die andere schon bald in einen leichten Dämmerschlaf fallen. „Wie, sind wir schon da?“ Ja, kurz mal die Augen zugemacht, schon waren wir auf bestem Wege nach Beilstein - inmitten von Weinbergen und unterhalb einer kleinen Burganlage fanden wir uns am Weingut Krohmer ein. Der Besen war nur für uns offen und wir wurden schon sehnlichst erwartet. Der erste Weg führte die Hälfte von uns erstmal auf die Toilette, bevor wir uns dann an großen Tischen in netter Runde zusammenfanden. Kurz die Karte studiert - ja welchen Wein nehmen wir denn nur? - und schon gaben wir unsere Getränkebestellungen auf. Der Wein - ob rot, weiß oder rosé, ob als Schorle oder pur, als Viertele oder auch 0,1 - er war unglaublich lecker! Und selbst für die, die antialkoholisch genießen mochten, wurde es ein Highlight. Mal eben einen Traubensaft bestellt und geliefert wurde ein Glas, randvoll und maximal groß. Lacher am Tisch und ungläubige Blicke desjenigen, der bestellt hatte, inklusive. Wir ließen uns Essen und Trinken schmecken und statteten dem angegliederten Laden noch einen Besuch ab - schließlich will man den Wein ja auch zuhause trinken. Schon bald fanden wir uns glücklich und zufrieden wieder im Bus ein und ein paar Augenblicke und geschlossene Augen später waren wir auch bereits wieder in Steinenbronn.

Wir hatten einen solch tollen Tag. Vom Wetter über die Busfahrt und die Sehenswürdigkeiten hat einfach alles gepasst. Wir sagen an dieser Stelle DANKE!
Danke an Ingrid für die tolle Reiseleitung!

Danke an Alex, unseren Busfahrer!

Danke an euch alle, die ihr dabei wart und diesen Tag zu einem echten Erlebnis habt werden lassen!

Danke an das Orga-Team vom OGV!

Wir hoffen, ihr hattet ebenso viel Spaß wie wir. Falls ja, macht gerne Werbung für unseren nächsten Ausflug 2026. Falls nein…ach, das gab es nicht.